Exkursionen

Riga-Tallinn-Helsinki

Reisebericht: Riga – Tallinn - Helsinki

 

Backsteingotik und Jugendstil, prächtige Bürgerhäuser und schmucke Kaufmannsgilden – sie kennzeichnen das Bild der „heimlichen Hauptstadt“ des Baltikums - Riga. Die Stadt an der Daugava war unser erstes Reiseziel. Unsere lettische Begleiterin zeigte uns in drei Tagen die Neustadt von Riga mit ihren beeindruckenden Jugendstilbauten, die Altstadt und ihre Gebäude aus Mittelalter und Neuzeit, inmitten von Parkanlagen, begrenzt durch den Kanal und dem Fluß. Jede noch so kleine Straße ein Idyll und ein Vorbild für organischen Städtebau. Eine Daugava-Kreuzfahrt mit Abendessen und Oldtime-Jazz, der Landausflug nach Rundale, dem prächtigsten Barockschloss des Baltikuns und ein Balettabend rundeten den Besuch in Lettland ab.

Die Fahrt nach Tallinn führte durch land- und forstwirtschaftlich genutzte Landschaft, in der wir am Wegesrand nur Birkenwälder ausmachen konnten, die von Wiesen und Weiden unterbrochen wurden. Kein Dorf auf unserem Weg an der Ostsee entlang, nur vereinzelte Bauernhöfe inmitten der herbstlich gefärbten Landschaft.

Der Stopp in Pärnu, einer der schönsten Hafenstädte und zugleich Kurorte an der estnischen Küste, zeigte uns noch mal den herrlichen Ostseestrand und Bäderarchitektur aus dem Jugendstil

Hätten Sie es gewusst? Das höchste Gebäude der Welt stand noch im späten 19. Jahrhundert im estnischen Tallinn – die Olavkirche mit ihrer 159 Meter hohen Turmspitze ist das Wahrzeichen der Stadt und lag für uns bei unserem Stadtrundgang im Nebel. Die Europäische Kulturstadt 2011 offenbarte sich uns als moderne Unterstadt mit ihren großen Plätzen und der einfühlsamen Erneuerung zwischen den hervorragenden Bauten aus Jugendstil und Gründerzeit, sowie der Oberstadt mit den engen Gassen, die durch alte Gildehäuser und Kaufmannsgebäude gesäumt werden. Von hieraus hat man einen herrlichen Blick über die Stadt auf den Baltischen Meerbusen.

Hier verließ uns unsere Aja Rutka, die uns 4 Tage lang mit umfassendem Wissen und Umsicht das Baltikum näher brachte.

Nach 2,5 Stunden Überfahrt mit der „Tallink“ nahm uns unsere Reiseführerin in Helsinki in Empfang und begleitete uns auf unserer Rundfahrt durch die Stadt. Sie zeigte uns die Felsenkirche von 1962, ein Erlebnis für Sinnlichkeit, Architektur, Natur und Akustik, das Olympiastadion von 1952 mit Paavo Johannes Nurmi in Stein gehauen, das Denkmal zu Ehren von Jean Sibelius. Letzterer gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Finnlands. Hugo Alvar Henrik Aalto, der Architekt der Finlandia-Halle hat auch in Deutschland seine Spuren hinterlassen. Der Dom von Helsinki ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt neben dem Hauptgebäude der Universität Helsinkis am Senatsplatz, Zum Abschluss besuchten wir das Sinebrychoff Museum mit seiner überaus interessanten Samlung. Außerdem hatten wir das Glück, dass die aktuelle Ausstellung Fotoverfremdungen der vorher gesehenen Originale enthielt.

Nachdem auch die Heimreise ruhig und wohlorganisiert hinter uns gebracht wurde, kann ich als Resümee feststellen: Mit dem Wetter hatten wir Glück, mit den Führungen konnten wir uns nichts besseres wünschen - und die Städte im herbstlichen Kleid haben jede für sich um die Plätze für Schönheit, Modernität und historischer Hinterlassenschaft gebuhlt. Ich würde sie alle auf den ersten Platz stellen.

 


Franz-Josef Laforet